Veröffentlicht am:

04.09.2026

Lebensmittel gestalten Zukunft

Wie der Biohof Achleitner von Eferding aus weiterdenkt

Veröffentlicht am:

04.09.2026

Lebensmittel gestalten Zukunft

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Beim Biohof Achleitner steht ein Satz im Mittelpunkt, der größer klingt, als er im Alltag beginnt: Lebensmittel gestalten Zukunft. Gemeint ist damit nicht nur ein schönes Bild. Gemeint ist die Frage, wie wir essen, wie Landwirtschaft arbeitet, wie Böden gesund bleiben, wie junge Menschen lernen und wie ein Betrieb aus Eferding weit über die Region hinaus Wirkung entfalten kann.

Wer mit Andreas Achleitner über den Biohof spricht, landet schnell bei großen Themen: Klima, Boden, Wasser, Gesundheit, Genuss und Verantwortung. Aber er spricht darüber nicht abgehoben. Er spricht als Landwirt. Als jemand, der weiß, was es bedeutet, wenn wochenlang kein Regen fällt. Oder wenn zu viel Regen auf einmal kommt. Dann ist Zukunft nichts, das irgendwann passiert. Dann steht sie am Feld.

Eine Vision, die beim Essen beginnt

„Unsere Vision ist: Lebensmittel gestalten Zukunft.“ Dieser Satz ist am Biohof keine Dekoration für die Wand, sondern ein Auftrag. Lebensmittel sind hier nicht einfach Produkte, die angebaut, verkauft oder geliefert werden. Sie erzählen etwas darüber, wie wir mit Boden, Wasser, Menschen und Region umgehen.

Gute Lebensmittel schmecken. Sie geben Energie, tun Menschen gut und können gleichzeitig Böden, Wasser und Klima stärken. Genau darin liegt der Zugang des Biohofs: Genuss ist kein Gegensatz zu Verantwortung. Er ist oft der beste Einstieg, um zu verstehen, warum gute Landwirtschaft so wichtig ist.

Andreas Achleitner denkt dabei nicht nur an den eigenen Betrieb. Er denkt an die nächsten Generationen. An Kinder, Enkelkinder, Kundinnen und Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und an die Frage, was Eferding beitragen kann, wenn globale Herausforderungen wie Klimawandel, Hitze, Trockenheit oder Starkregen längst im Alltag angekommen sind.

Auf den Schultern von zwei Riesen

Seit Anfang 2024 trägt Andreas Achleitner offiziell Verantwortung für den Biohof. Er führt weiter, was Ilse und Günter Achleitner über Jahrzehnte aufgebaut haben. Über diese Übergabe sagt er einen Satz, der viel über seine Haltung erzählt: „Ich darf auf den Schultern von zwei Riesen reiten.“

„Ich darf auf den Schultern von zwei Riesen  reiten.“ – Andreas Achleitner über das Fundament seiner Eltern Ilse und Günter

Das ist kein beiläufiges Bild. Es zeigt, wie Andreas seine Rolle versteht. Nicht als Bruch mit der Vergangenheit, sondern als Weiterführen einer Idee, die lange vor ihm begonnen hat. Der 100-Prozent-Bio-Gedanke, der Pioniergeist seiner Eltern und die Überzeugung, dass Lebensmittel eine bessere Zukunft mitgestalten können, sind für ihn Fundament und Auftrag zugleich.

Gewachsen, nicht aufgesetzt

Dass der Biohof heute in die nächste Generation geht, heißt aber nicht, dass einfach neue Namen auf alte Positionen gesetzt wurden. Vieles ist organisch gewachsen. Andreas ist Geschäftsführer und Inhaber, verantwortet die Landwirtschaft, treibt die Vision voran und ist das Gesicht nach außen.

An seiner Seite stehen Stefanie Kleiser und Stefan Stockinger in der Geschäftsleitung. Beide kennen den Betrieb seit Jahren. Stefan ist seit 2015 im Unternehmen und war bereits mehrere Jahre in der kaufmännischen Leitung tätig. Stefanie leitete seit 2018 das Marketing und wechselte mit der Pensionierung von Ilse und Günter Achleitner 2024 in die Geschäftsleitung.

Das ist ein wichtiger Unterschied. Zukunft entsteht hier nicht nur betriebswirtschaftlich. Sie wächst aus Menschen, die den Betrieb kennen, seine Haltung verstehen und gemeinsam weitertragen.

Ein Biohof, viele Wege

„Wir sind ein Biohof“, sagt Andreas Achleitner. Der Satz klingt einfach, ist aber zentral. Denn der Biohof besteht heute aus mehreren Bereichen: Landwirtschaft, Biokiste, Frischmarkt, Kulinarium und Großhandel. Auf den ersten Blick sind das unterschiedliche Welten. Am Biohof gehören sie zusammen.

Was am Feld wächst, landet in der Biokiste, im Frischmarkt, in der Küche oder bei Partnerbetrieben. Was nicht verkauft wird, bleibt möglichst im Kreislauf. Genau dadurch kann der Biohof nach eigenen Angaben weit über 99 Prozent der Produkte weitervermarkten; nur ein sehr kleiner Teil geht zurück Richtung Humus und Feld.

Für Andreas Achleitner ist das der eigentliche Kern: Nicht ein Bereich allein macht den Biohof aus, sondern das Zusammenspiel. Landwirtschaft, Handel, Küche, Lieferung und Partnerbetriebe stärken einander. So entsteht ein Kreislauf, der nicht am Reißbrett erfunden wurde. Er ist über Jahre gewachsen.

Landwirtschaft spürt Zukunft zuerst

In der Landwirtschaft sieht man früher als anderswo, wie sich Klima und Umwelt verändern. Wenn die Hitze zunimmt, wenn Wasser fehlt oder zu viel Regen auf einmal kommt, betrifft das nicht nur einzelne Felder. Es betrifft Lebensmittel, Ernten, Böden und die Frage, wie wir uns in Zukunft ernähren.

Der Biohof Achleitner versucht darauf nicht mit großen Parolen zu antworten, sondern mit täglicher Arbeit. Mit Bio-Landwirtschaft, gesunden Böden, regionalen Kreisläufen, Bewusstsein für Wasser, Biodiversität und einem klaren Gedanken: Was wir essen und wie es produziert wird, hat Wirkung.

„Think global, act local“ beschreibt Andreas Achleitner als passenden Zugang. Global denken, weil Klimawandel, Ernährung und Ressourcen große Themen sind. Lokal handeln, weil vieles direkt hier beginnt: auf den Feldern rund um Eferding, beim Einkauf, in der Küche, in der Biokiste und bei den Entscheidungen, die Menschen jeden Tag treffen.

Zukunft lernen

Zukunft wird am Biohof nicht nur geplant, sondern weitergegeben. An junge Menschen, die hier lernen, arbeiten und früh Verantwortung übernehmen. Lehrlinge beschäftigen sich mit Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Klimawandelanpassung nicht als Theorie, sondern ganz praktisch: in Workshops, eigenen Projekten und Ideen, die am Hof sichtbar werden.

Für Andreas Achleitner hat jeder Betrieb eine Vorbildfunktion. Junge Menschen sollen erleben, wie ein Arbeitsumfeld aussehen kann, das auf Wertschätzung, Respekt, Verantwortung und Gemeinschaft baut. Am Biohof lernen sie nicht nur einen Beruf. Sie erleben, dass ihre Arbeit Wirkung hat – für Lebensmittel, für Menschen und für den Boden, auf dem alles beginnt.

„Unsere Vision ist: Lebensmittel gestalten  Zukunft.“ – Andreas Achleitner

Ausgebildet wird in unterschiedlichen Bereichen: Küche, Einzelhandel, Büro, Logistik und Landwirtschaft. Gerade das zeigt, wie breit Zukunft am Biohof gedacht wird. Nicht nur am Feld, nicht nur im Verkauf, nicht nur im Büro, sondern überall dort, wo Menschen gemeinsam an guten Lebensmitteln arbeiten.

Genuss als Türöffner

Bei aller großen Vision bleibt der Zugang erstaunlich nah: Es geht um gutes Essen. Um Gemüse, das schmeckt. Um eine Biokiste, die den Alltag leichter macht. Um einen Frischmarkt, der zeigt, was gerade Saison hat. Um ein Kulinarium, in dem Lebensmittel nicht erklärt werden müssen, sondern auf dem Teller überzeugen.

Wie nah Genuss und Zukunft zusammenliegen, zeigt auch ein Format wie „Farm is Table“. Wenn dort der Acker selbst zum Tisch wird, geht es nicht nur um ein besonderes Essen. Es geht um den Boden, auf dem Lebensmittel wachsen, um das, was gerade Saison hat, und um die Wertschätzung für das ganze Produkt. Der Leaf-to-Root- und Zero-Waste-Gedanke macht sichtbar, was am Biohof ohnehin mitschwingt: Gute Lebensmittel verdienen Aufmerksamkeit von der Wurzel bis zum Blatt.

Für die nächste Stufe denkt der Biohof auch darüber nach, die eigene Botschaft noch näher zu den Menschen zu bringen – etwa mit einem Bio-Food-Truck, der verkocht, was in der Biokiste steckt. Das passt zu dieser Haltung: nicht nur über Zukunft sprechen, sondern sie schmeckbar machen.

Von Eferding aus weiterdenken

Eferding ist für den Biohof Heimat und Ausgangspunkt zugleich. Hier liegen die Felder, hier ist der Betrieb gewachsen, hier arbeiten Menschen aus der Region, hier entsteht Wertschöpfung. Gleichzeitig reicht die Wirkung längst darüber hinaus: Die Biokiste wird in Oberösterreich und Salzburg flächendeckend zugestellt, dazu kommen Teile der Steiermark und Niederösterreichs. Mehr als 100 Partnerbetriebe arbeiten mit dem Biohof zusammen.

Bis 2029 soll die Auslieferung vollständig elektrisch erfolgen. Auch das zeigt: Zukunft ist am Biohof kein einzelnes Projekt. Sie liegt in vielen Entscheidungen, die zusammen eine Richtung ergeben.

So wird „Zukunft made in Eferding“ am Biohof Achleitner besonders greifbar. Sie beginnt nicht irgendwo weit weg. Sie beginnt dort, wo Lebensmittel wachsen. Dort, wo Menschen sie ernten, verarbeiten, liefern, kochen, verkaufen und genießen. Und dort, wo ein Betrieb zeigt, dass gute Zukunft manchmal mit etwas sehr Einfachem beginnt: mit gutem Essen und der Verantwortung dahinter.

 

    Biohof Achleitner auf einen Blick  

·         Biohof Achleitner, Unterm Regenbogen 1, 4070 Eferding

·         Landwirtschaft, Biokiste, Frischmarkt, Kulinarium und Großhandel

·         knapp 90 Hektar Landwirtschaft, ca. 6.000 m² Gewächshäuser

·         ca. 165 Teammitglieder, saisonal bis zu 30 zusätzliche Kräfte

·         Lehrberufe: Küche, Einzelhandel, Büro, Logistik und Landwirtschaft

·         mehr als 100 Partnerbetriebe

·         Biokisten-Zustellung in Oberösterreich und Salzburg flächendeckend, dazu Teile der Steiermark und Niederösterreichs

·         Ziel: 100 %  elektrische Auslieferung bis 2029

·         www.biohof.at

 

    Was „Lebensmittel gestalten Zukunft“ bedeutet  

·         Lebensmittel, die schmecken und guttun

·         Landwirtschaft, die Boden, Wasser und Klima mitdenkt

·         regionale Kreisläufe vom Feld bis zum Teller

·         Genuss ohne Zeigefinger

·         Ausbildung mit Verantwortung

·         Menschen, die gemeinsam an einer größeren Sache arbeiten